| Manfred Börgens Mathematik auf Briefmarken # 135 |
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Mathematicians Seamounts
Die 22 Mathematiker, nach denen ein Tiefseeberg im Pazifik benannt wurde
Nicht nur den Bergen auf den Kontinenten, sondern auch den Unterwassergebirgen und -bergen hat man Namen gegeben. Ab den 1950er Jahren hat die US-amerikanische Scripps Institution of Oceanography die pazifischen Gebirge kartographiert. Die Gebirgskette im östlichen tropischen Pazifik, die später Mathematicians Seamounts getauft wurde, wurde bei einer Expedition der Forschungsschiffe Horizon und Spencer F. Baird entdeckt. Sie liegt etwa 500 - 1000 km westlich der mexikanischen Küste; ihr Zentralpunkt nahe des Gauss Seamount liegt bei 15,5° N, 111° W (siehe Karte 1). Die 22 Berge, die Namen von Mathematikern tragen, bestehen überwiegend aus Lava-Basalt von Meeresvulkanen. Der Pazifik ist hier bis über 4000 m tief; einzelne Bergspitzen liegen aber weniger als 1000 m unter der Meeresoberfläche.
1960 schlug Henry W. Menard von der Scripps Institution vor, die Berge der neuentdeckten Gebirgskette nach bekannten Mathematikern zu benennen. Diesem Vorschlag wurde gefolgt. Über die Auswahl mag man unterschiedlicher Auffassung sein, aber das kann hintanstehen gegenüber der schönen Idee, die Mathematik auf diese Weise zu ehren.
Auch andere pazifische Berge tragen Namen berühmter Leute; u.a. findet man eine Gruppe von Musikern und eine von Kartographen.
Karte 1 © National Centers for
Environmental Information
Quellen und Übersichtskarten, in denen alle 22 Namen verzeichnet sind, scheint es nicht zu geben. Die folgende Karte 2 zeigt immerhin 21 von ihnen; der Newton Seamount fehlt, ihn sehen wir auf der detaillierten Karte 3.
Karte 2 21 (von 22) Mathematicians Seamounts; oben rechts die mexikanische Küste © European Commission / Maritime Affairs
Karte 3 © National Centers for
Environmental Information
Nun zu den Briefmarken, die am Anfang dieser Seite zu sehen sind. Nur zu 16 "pazifischen Mathematikern" ließen sich geeignete Briefmarken finden; das lässt sich vielleicht zukünftig noch ändern. In fünf Fällen wurden deshalb Privatmarken verwendet (Bernoulli, Cantor, Fourier, Napier, Riemann). Bei Clairaut wurde auf ein "Marken"-Bild von Heinz Klaus Strick zurückgegriffen, das er für seinen Mathematischen Monatskalender in der online-Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft angefertigt hat (ich schließe mich da gerne dem renommierten MacTutor-Archiv zur Geschichte der Mathematik an, das die Marken aus dem mythischen Land "Mathematica" auf seine Briefmarkenseite aufgenommen hat.
In der folgenden Liste habe ich die deutschen Namensschreibungen verwendet, anstatt der englischen wie in den Karten.
Die drei Bernoullis auf der Briefmarke werden wie einer gezählt, da sie sich einen Berg teilen.
Archimedes Italien 1983 Michel 1843 Briefmarke # 33 Briefmarke # 103
Bernoulli Liechtenstein, Privatmarke Briefmarke # 44
Cantor Deutschland, Privatmarke 2012 Briefmarke # 67
Chayyam Albanien 1997 Michel 2614
Clairaut Mathematica 2021
Descartes Frankreich 1996 Michel 3190 Briefmarke # 17
Einstein USA 1979 Michel 1375 Briefmarke # 112
Euklid Malediven 1988 Michel 1280 Briefmarke # 50
Euler Schweiz 1957 Michel 648 Briefmarke # 2 Briefmarke # 129
Fourier Liechtenstein, Privatmarke
Galois Frankreich 1984 Michel 2472
Gauß Deutschland 1955 Michel 204 Briefmarke # 29
Kepler DDR 1971 Michel 1649
Lagrange Frankreich 1958 Michel 1182 Briefmarke # 43
Laplace Frankreich 1955 Michel 1057 Briefmarke # 80
Leibniz Deutschland 1966 Michel 518 Briefmarke # 134
Lobatschewski UdSSR 1956 Michel 1830 Briefmarke # 25
Napier Deutschland, Privatmarke 2013
Newton Mosambik 2001 Briefmarke # 15
Pascal Frankreich 1944 Michel 626 Briefmarke # 40
Poincaré Frankreich 1952 Michel 951
Riemann Deutschland, Privatmarke 2016
Publiziert 2026-01-26 Stand 2023-01-18