Manfred Börgens
Mathematik auf Briefmarken  # 109
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Marke Echegaray

Schweden 1964   Michel 529A   Scott 673, 675


Mathematiker, die einen Nobelpreis gewonnen haben

Bekanntermaßen gibt es keinen Nobelpreis für Mathematik  -  statt dessen werden der Abel-Preis, die Fields-Medaille und andere Auszeichnungen verliehen. Aber zahlreiche Mathematiker haben einen Nobelpreis erhalten. Alle Preise außer dem Friedensnobelpreis gingen bereits an Mathematiker, also für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Wirtschaft. In einer losen Reihe sollen diese Preisträger hier von Zeit zu Zeit vorgestellt werden.

Naturgemäß haben die Mathematiker, die einen Nobelpreis verliehen bekamen, weitere Meriten in einem anderen Gebiet erworben. Oft handelt es sich um Wissenschaftler, die sich nach ihrem Mathematikstudium einem naturwissenschaftlichen Anwendungsgebiet zugewandt haben. Am häufigsten findet man jedoch Mathematiker unter den Preisträgern des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften.

In diese Reihe sollen auch Wissenschaftler aufgenommen werden, die aus anderen Disziplinen stammen, aber wichtige Beiträge für die Mathematik geliefert haben.

Die Reihe ist dadurch limitiert, dass es nicht von allen Nobelpreisträgern Briefmarken gibt. Aber erfreulicherweise kommen immer noch neue hinzu.

Auf der Marke rechts sieht man die Nobel-Medaille (hier für Literatur), die den Geehrten verliehen wird.
  Nobel-Medaille
  Monaco 1983   Michel 1605   Scott 1395
        →   Folge 1   Russell   (Literatur)
        →   Folge 2   Bardeen   (Physik)
        →   Folge 3   Tinbergen   (Wirtschaft)
        →   Folge 4   Cormack   (Medizin)
        →   Folge 5   Lorentz   (Physik)
        →   Folge 6   Solschenizyn   (Literatur)



Folge 7    José Echegaray
           (1832 - 1916, Nobelpreis für Literatur 1904)


José Echegaray y Eizaguirre war ein spanischer Mathematiker, der Gebiete wie Galoistheorie und Elliptische Funktionen erstmalig an den spanischen Universitäten einführte und dafür sowie für seine wissenschaftlichen Publikationen bis heute in seinem Heimatland in hohem Ansehen steht. Er ist  -  nach Bertrand Russell und Alexander Solschenizyn  -  der dritte Mathematiker auf dieser Briefmarken-Seite, der den Literatur-Nobelpreis erhielt. Auf der Briefmarke sieht man ihn ganz links, zusammen mit Frédéric Mistral (ebenfalls Nobelpreis für Literatur) und Lord Rayleigh (Nobelpreis für Physik, siehe Marke # 107).

Echegaray hatte zwei sehr unterschiedliche, aber gleichermaßen erfolgreiche Karrieren. Nachdem er zu einem der besten und bekanntesten Mathematiker Spaniens geworden war, wurde er ein vielgelesener Literat und gefeierter Bühnenautor und erhielt dafür 1904 den Nobelpreis. Die Mathematik gab er aber dafür nicht auf, sondern arbeitete bis zu seinem Tode an einer Enzyklopädie der mathematischen Physik. Außerdem bekleidete er politische Positionen, u.a. als Finanzminister.

Die Hauptarbeitsgebiete Echegarays umfassten Geometrie, Analysis, Variationsrechnung, Galoistheorie, mathematische Physik und Elliptische Funktionen.

José Echegaray lehrte und forschte viele Jahre an der staatlichen Ingenieurschule, später an der Universität Madrid auf dem Lehrstuhl für Mathematische Physik. Er bekleidete zahlreiche akademische Ämter; u.a. war er Präsident der Real Academia de Ciencias Exactas, Físicas y Naturales (Akademie der Wissenschaften für Mathematik und Naturwissenschaften) und Gründungspräsident der Real Sociedad Matemática Española (Mathematische Gesellschaft Spaniens).


Publiziert 2019-10-29          Stand 2016-12-27


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