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Mathematische Philatelie - Beispiel
USA 1983 Michel 1656 Scott 2058
Dies ist ein bemerkenswertes philatelistisches Dokument. Die US-Post gab 1983 eine vierteilige Serie mit amerikanischen Erfindern heraus. Die vier Marken erhielten getrennt voneinander Ersttagsbriefe, von denen hier einer abgebildet ist. Acht Wissenschaftler haben ihr Autogramm auf den Brief geschrieben, darunter der Mathematiker John Nash – darauf wird weiter unten noch eingegangen.
Eine der vier Marken in dieser Serie ist Charles Steinmetz (1865 - 1923) gewidmet (sein Portrait sieht man auf dem Brief links oben). Steinmetz ist in Amerika wesentlich bekannter als in seinem Heimatland Deutschland. Seine Briefmarke gehört in jede Sammlung mathematischer Philatelie (obwohl die Skizze, die wohl eine Sinusschwingung darstellen soll, misslungen ist):
USA 1983 Michel 1653 Scott 2055
Charles Proteus Steinmetz (geboren als Carl August Rudolph Steinmetz in Breslau) war ein deutsch-amerikanischer Mathematiker und Elektroingenieur, der durch zahlreiche Erfindungen und Patente zu einem der führenden Ingenieure in den USA wurde. Er studierte Mathematik im Hauptfach und weitere technische Fächer sowie Geisteswissenschaften in Breslau. Wegen seiner sozialistischen Ansichten musste er Preußen verlassen und emigrierte in die USA.
Charles Steinmetz war vor allem auf dem (damals noch jungen) Gebiet der Elektrotechnik aktiv und lehrte als Professor am Union College. Eine Biographie schreibt:
Er besaß die einzigartige Fähigkeit, die schwierigsten und verworrensten Probleme durch systematische mathematische Methoden zu erklären.
Charles Steinmetz war auch als Mathematiker tätig. Seine lange Liste von Publikationen umfasst u.a.:
– Theory and Calculation of Alternating Current Phenomena. – Dies ist wohl sein Meisterwerk. Es enthält die erste mathematische Modellierung von Wechselstromkreisen mit Hilfe komplexer Zahlen – eine wissenschaftliche Pionierleistung.
– Abhandlungen zu Steinmetz-Körpern und Steinmetz-Kurven (Schnitt orthogonaler Vollzylinder)
– Lehrbücher über Ingenieurmathematik und die mathematischen Konzepte der Relativitätstheorie
Unter den Autogrammen auf dem Brief lesen wir John F. Nash, Jr. Der US-amerikanische Mathematiker John Nash (1928 - 2015) ist der Einzige, der sowohl einen Nobelpreis als auch einen Abelpreis gewonnen hat. Der Nobelpreis 1994 wurde ihm für seine Arbeiten zur Spieltheorie zuerkannt, insbesondere für die Formulierung des Nash-Gleichgewichts. Der Abelpreis 2015 würdigte Nashs Leistungen auf dem Gebiet der nichtlinearen partiellen Differentialgleichungen. – Die mathematischen Arbeiten von John Nash werden ausführlich im MacTutor History of Mathematics Archive dargestellt.
Unter "Mathematik auf Briefmarken" kann man noch mehrere andere Briefe und Karten mit mathematischen Inhalten finden.